Zehn Teams aus neun Nationen am Start

Zehn Mixed-Teams aus neun Nationen gehen bei der Biathlon-WTC Ruhpolding 2020 in der Chiemgau Arena an den Start. Nach einigen Jahren Unterbrechung stellt auch die Schweiz diesmal wieder ein gemischtes Team. Und neu am Start ist ein gemischtes Duo aus Weißrussland. Nachfolgend das Starterfeld mit den vorgesehenen Startnummern:

DEUTSCHLAND I

Zweifelsfrei war der WM-Titel im Sprint von Hochfilzen 2017 sein bisher größter Einzelerfolg. Jedoch ist Benedikt auch mit Olympischen Bronzemedaillen gesegnet. 2018 gewann er diese in der Verfolgung und mit der Staffel. Weitere 3 WM-Silbermedaillen mit Staffel bzw. Mixed-Staffel sowie die zuletzt während der WM in Antholz 2020 gewonnen Bronzemedaille mit der Staffel kann er sein Eigen nennen. Unvergessen ist seine großartige Geste während der JOKA Biathlon World Team Challenge 2018, als er den legendären Ole Einar Björndalen kurz vor dem Ziel noch passieren ließ und diesem zum Abschied seiner überragenden Karriere den 3. Platz überlassen hat.

Denise Herrmann

Denise ist die unbestrittene Nr.1 im Frauenteam der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft. Dank ihrer Akribie und ihres Fleißes konnte sie sich in wenigen Jahren von einer Weltklasse-Langläuferin zu einer Weltklasse-Biathletin entwickeln. Gold, Silber und Bronze bei der WM 2019 in Östersund, 2 x Silber und 1 x Bronze bei der letzten WM in Antholz 2020, sieben Weltcupsiege und der dritte Platz im Gesamtweltcup der letzten Saison 2019/20 sind ihre bisherige Erfolgsbilanz.
In die neue Saison startete sie mit einem Einzel-Sieg in Kontiolahti. Das erste Trimester schloss sie mit Rang fünf beim Massenstart in Hochfilzen ab.

Benedikt Doll

Der WM-Titel im Sprint von Hochfilzen 2017 ist sein bisher größter Einzelerfolg. Jedoch ist Benedikt auch mit Olympischen Bronzemedaillen gesegnet. 2018 gewann er diese in der Verfolgung und mit der Staffel. Weitere drei WM-Silbermedaillen mit Staffel bzw. Mixed-Staffel sowie die zuletzt bei der WM in Antholz 2020 gewonnene Bronzemedaille mit der Staffel kann er sein Eigen nennen. Beim Massenstart in Hochfilzen kurz vor Weihnachten verpasste er mit Rang vier das Podest nur um 2,4 sec.

DEUTSCHLAND II

Franziska Preuss

Franzi, wie sie von allen gerufen wird, gewann schon 2015 während der WM im finnischen Kontiolahti ihre ersten Medaillen, damals noch überraschend die Silbermedaille im Massenstart. Sie war ebenfalls Teil der damals so großartigen Weltmeisterstaffel von Kontiolahti. Es folgten weitere Erfolge: Vier Silber- und eine Bronzemedaille während der nächsten Weltmeisterschaften, immer mit der Staffel oder Mixed-Staffel. In guter Erinnerung zudem ihr Weltcupsieg im Massenstart 2019 vor über 20.000 Zuschauern in der Chiemgau Arena.
In die neue Saison ist Franzi mit zahlreichen TopTen-Platzierungen gestartet – u.a. auch als Dritte beim Sprint in Hochfilzen.

Simon Schempp

2017 wurde er souverän Weltmeister im Massenstart während der WM in Hochfilzen. Und wer den finalen Sprint im Massenstart der Olympischen Spiele 2018 nicht gesehen hat, hat etwas versäumt. Nur wenige Zentimeter trennten Simon vom Olympiasieg. Erst nach Auswertung des Zielfotos musste er Martin Fourcade die Goldmedaille überlassen. Vier Weltmeistertitel errang Simon mit der Staffel bzw. Mixed-Staffel. Insgesamt stehen im Verlauf seiner großartigen Karriere acht WM- und drei olympische Medaillen auf seiner Habenseite. Zusammen mit seiner heutigen Partnerin wurde Simon 2018 Zweiter bei der WTC auf Schalke. 2016 konnte er dieses Rennen zusammen mit Vanessa Hinz sogar gewinnen.

ITALIEN

Dorothea Wierer

Zweifelsfrei ist sie die überragende Biathletin der letzten beiden Jahre. Sie gewann sowohl in der Saison 2018/19 als auch in der Saison 2019/20 den Gesamtweltcup. 2 x gewann sie mit den Mixed-Staffeln die Olympische Bronzemedaille. Drei WM-Titel, davon zwei letztes Jahr im heimischen Antholz, vier Mal WM-Silber und drei Mal WM-Bronze gehören außerdem zu ihrer Erfolgsbilanz. Sie ist eines „der“ Gesichter des modernen Biathlonsports.
Auch in der neuen Saison setzte sie mit dem Einzelsieg in Kontialahti gleich ein Ausrufungszeichen. Es folgte Rang drei beim Massenstart vor Weihnachten in Hochfilzen.

Lukas Hofer

Auch Lukas war an den beiden Olympischen Bronzemedaillen mit der Mixed-Staffel Italiens beteiligt. Schon 2011 gewann er eine WM-Bronzemedaille im Massenstart von Chanty Mansyisk. Unvergessen sein Sieg im Sprintweltcup 2014 in Antholz, als er zeitgleich mit Simon Schempp den Triumph feiern durfte. Insgesamt kann Lukas auf sechs Olympische und WM-Medaillen blicken. Zusammen mit Dorothea Wierer konnte Lukas die JOKA Biathlon World Team Challenge im Jahr 2018 gewinnen.

TSCHECHIEN

Marketa Davidova

Sie ist die Athletin, die in ihrem Heimatland in die Fußstapfen von Gabriela Koukleva treten soll. Erst 23 Jahre alt und schon mit ersten Erfolgen aufzeigend, konnte sie 2019 den Weltcup-Sprint von Antholz, noch vor Laura Dahlmeier gewinnen und erreichte im anschließenden Massenstart den zweiten Platz. Mit der tschechischen Mixed-Staffel gewann sie bei der letzten WM in Antholz im Februar die Bronzemedaille. Eine Frau, der die Zukunft im Biathlonsport gehört.
Das unterstrich sie zuletzt mit Rang vier beim Massenstart vor Weihnachten in Hochfilzen.

 

Michal Krcmar

Sein größter Erfolg war der Gewinn der Silbermedaille im Sprint bei den Olympischen Spielen in Südkorea 2018. Auch er gehörte der erfolgreichen Mixed-Staffel von Antholz im Februar an. In der laufenden Saison zeigt er, dass auch in diesem Jahr mit ihm zu rechnen ist.

ÖSTERREICH

Lisa Theresa Hauser

Sie gilt als Mixed-Staffel-Expertin und ist somit für die JOKA Biathlon World Team Challenge prädestiniert. Zwei Weltcup-Siege konnte sie in dieser Disziplin bereits erringen. Weitere sechs Weltcup-Platzierungen auf dem Podium erreichte sie in der Single-Mixed-Staffel. Mit ihrem heutigen Partner Julian Eberhard konnte sie 2017 bei der JOKA Biathlon World Team Challenge auf Schalke Rang drei erreichen.
Die Weltcups in Hochfilzen beendete sie vor Weihnachten mit gleich drei TopTen-Platzierungen.

 

Julian Eberhard

Auf vier Weltcupsiege kann Julian schon zurückblicken. Drei Mal war er im Sprint und ein Mal im Massenstart erfolgreich. Während der WM 2019 in Östersund gewann er im Massenstart die Bronzemedaille. Emotional ein Highlight seiner Karriere war sicher der Gewinn einer Bronzemedaille bei der Heim-WM 2017 in Hochfilzen.

RUSSLAND

Evgeniya Pavlova

Sie ist die amtierende Europameisterin im Supersprint. Also auch eine Athletin, die den Zweikampf auf der Strecke und am Schießstand liebt. Evgeniya gehört einer russischen Damenmannschaft an, die nach dem Ausfall von Ekaterina Yurlova Percht auf der Suche nach einer neuen Leaderin ist.

Matvey Eliseev

Er gehört zu den schnellsten Schützen im Biathlon-Zirkus. Atemberaubend sind seine Schießeinlagen, wenn er einmal im „Flow“ ist. Er ist im Augenblick die Nummer zwei im Team der russischen Biathleten. Für die Rennen mit kurzen Runden und schnellen Schießeinlagen ist er geradezu prädestiniert.

UKRAINE

Vita Semerenko

Seit 2006 kennen wir sie aus dem Biathlon-Weltcupzirkus. 2014 wurde sie Olympiasiegerin mit der Staffel. Eine Bronzemedaille gewann sie dort im Sprint. Sieben WM-Medaillen konnte sie im Verlauf ihrer langen Karriere gewinnen. Die letzte, eine Bronzemedaille mit der Staffel, im Februar während der WM in Antholz.

Dmytro Pidruchnyi

Dmytro wurde 2019 Weltmeister im Verfolgungsrennen bei der WM in Östersund. Nachdem er im Sprint um nur drei Zehntelsekunden die Bronzemedaille verfehlte, konnte er im Verfolgungsrennen den Seriensieger Johannes Tignes Boe um 8,3 Sekunden schlagen. Das zeigt, der Kampf Mann gegen Mann ist seine Sache. Damit zählen er und Vita Semerenko bei der JOKA Biathlon-WTC Ruhpolding 2020 zu den Mitfavoriten.

SCHWEDEN

Elisabeth Hoegberg

Elisabeth gewann in der abgelaufenen Saison die Gesamtwertung des IBU-Cups und hat damit nachgewiesen, dass sie auch im Weltcup-Zirkus erfolgreich sein kann. Zu Saisonanfang, während des Biathlon-Weltcups in Kontiolahti, gehörte sie zu den schnellsten Läuferinnen. Wolfgang Pichler, früherer Nationaltrainer Schwedens, hat sie für die JOKA Biathlon World Team Challenge zusammen mit ihrem Partner gewinnen können.

Torstein Stenersen

Der gebürtige Norweger war bis 2014 auch für Norwegen am Start. 2015 wechselte er dann nach Schweden. Seinen größten Erfolg feierte er mit der Herrenstaffel beim Weltcup 2018 in Hochfilzen, wo die schwedische Mannschaft den Sieg erringen konnte. Sehr gute Platzierungen erreichte er auch in der Single-Mixed-Staffel, die dem Modus der JOKA Biathlon World Team Challenge ähnelt.

SCHWEIZ

Lena Häcki

Lena gehört der in der vergangenen Saison so erfolgreichen Schweizer Damenstaffel an. Aber nicht nur in der Staffel ließ die Schweizerin aufhorchen. Sie konnte im vergangenen Winter in Le Grand Bornand mit dem dritten Platz im Verfolgungsrennen ihre erste Einzel-Podiumsplatzierung erzielen. Weitere Topplatzierungen folgten. Ihr gehört die Zukunft im Biathlonsport der Schweiz.

Sebastian Stalder

Er war in der vergangenen Saison noch Junior. Bei der Junioren-Heim-WM in Lenzerheide im vergangenen Winter konnte er die Bronzemedaille im Einzel gewinnen. Für die Schweiz ein weiteres Indiz, dass in Zukunft noch viele Erfolge, auch im Weltcup und bei der Heim-WM 2025 zu feiern sein können.

Belarus

Dzinara Alimbekava

Dzinara ist Olympiasiegerin mit der Staffel. Sensationell gewann sie in Südkorea 2018 zusammen mit Nadjesda Skardino, Iryna Kryuko und Darja Domratschewa diese unerwartete Goldmedaille. Doch jetzt läuft es nicht nur mit der Staffel gut, sondern auch in den Einzelwettkämpfen. 
Während der letzten Weltcupwochen in Kontiolahti, war sie immer unter den ersten zehn Platzierten zu finden. Noch besser lief es in Hochfilzen, u.a. mit einem Sieg im Sprint und anschließend Platz zwei in der Verfolgung.

Anton Smolski

Olympiateilnehmer ist er schon. Rang acht erreichte er in Südkorea mit der Staffel. Seine Leistungsentwicklung zeigt stark nach oben. Zu Beginn der neuen Saison gehörte er zu den laufstärksten Athleten. Noch läuft er im Schatten der ganz Großen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis „seine Zeit“ in der Spitze des Weltcup-Teilnehmerfeldes kommt.